The Commercialization has Reached the Next Level: Karate Combat

By Dr. Christian Tribowski

If some of you have thought that Karate in general has become very commercialized in the past two decades you might be surprised by the latest step on the capitalistic ladder. Karate Combat, a full contact Karate League, was launched this year.

Format of Karate Combat

It follows a pretty simple format: Two Karateka fight in a pit-like ring for a few minutes. The referee does not stop the fight, if one of the opponents scores a point – the fight goes on. At this point it clearly distinguishes itself from Shobu Ippon kumite. Even on the ground, the fighters can attack each other for five seconds. The rules prohibit Hooks and elbow strikes. Gloves  are mandatory. The opponents should use long tsukis and keris like in Shobu Ippon kumite.

What was most astonishing for me about Karate Combat was the excessive and conspicuous presentation of status and economic power. Big cars, incredible venues like the Acropolis, naked bodies, and apparently an exclusive audience are part of the production. The main sponsor, as you can see on the ground of the pit, is Bitcoin. To get an own impression have a look at their YouTube channel.

Karate Combat as Retro-Futuristic Spectacular

Vice Sports called it “retro-futuristic” because it shares similarities with some 80´s martial arts movies. This similarities led me to the following association: The general setting and aesthetics of the scenery reminded me about the movie Lionheart with Jean-Claude van Damme. The movie depicts a wealthy upper-class that organizes illegal bare-knuckle fights for their entertainment in Los Angeles. JCVD takes part in these fights to raise money to help his brothers family.

Focus on Monetization

Karate Combat, on the other hand, follows the law and is not a fight to death. Although, the similarities with Lionheart cannot be overlooked it shares more traits with the modern boxing industry. Like professional boxing it focuses on entertainment and commerce. Bitcoin as the main sponsor must have paid a considerable amount of money, because Karate Combat streams the fights on the internet for free. The “domain name Karate.com, which we can only imagine costs more than all the fighter’s purses combined”, as Vice Sports noted, must also been paid. A non-profit could not effort this production. In addition, the website lists a variety of partner companies like amazon prime, YouTube, Dailymotion etc. Hence, the commercialization of Karate has gone a tremendous step further.

Shotokan Serves a Different Purpose than Karate Combat

Everybody is free to watch and visit Karate Combat events. However, everybody should be aware that making money is not the true value of Karate in general and Shotokan. To put the Do into practices it is. While money serves as a necessary means in any professionalized system, even in Karate, e.g. professional instructors must make a living and associations need money to develop professional structures, the maximization of profits as a major purpose contradicts with the values of Shotokan Karate Do.

Shotokan cultivates humility, solidarity, perfection of one’s character, truth, respect for others and etiquette, endeavor, and impetuous courage in the first place. Everybody who puts money and entertainment in the center of their Karate loses the positive outcomes of this life-long journey: mental freedom and balance, empowerment, humility, enlightenment, empathy, friendship, a sense of belonging, solidarity. Karate Combat, instead, encourages the satisfaction of egoistic short-term goals like immediate consumption and spectacular.

The Shotokan Karate Do community, thus, should work harder than ever before to stress and foster the traditional values and positive effects Shotokan has on individuals and societies.

Dr. Chrstian Tribowski

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Note: The boxing ring picture of this article was shoot by Joel Muniz on Unsplash.

5 comments

  1. Ich betrachte Artikel über Karate-Commerzialisierung, -Versportlichung oder -Modernisierung ein wenig wie den berühmten Ausspruch von Aristoteles über die heutige Jugend. Seit 2.300 Jahren hat jede Generation über die jüngere Generation ähnliche Aussagen getroffen und wird es vermutlich auch noch die nächsten 2.300 Jahre tun. Karate Combat nimmt nicht für sich in Anspruch, Kampfkunst zu unterrichten, sondern ist ein reines Wettkampf-Format, das sich selbstverständlich finanziell rechnen und entsprechend vermarkten muss, da es sonst nicht existieren würde und da es im Gegensatz zu Vereinen, Schulen und Verbänden nicht durch Mitgliedsbeiträge oder staatliche Förderung finanziert wird. Ja es geht um Geld und Unterhaltung und Karate Combat kann man mögen oder nicht aber den teilnehmenden Athleten und Zuschauern pauschal eine „Do“-Entwicklung abzusprechen halte ich für gewagt. Wie sieht es denn in der Welt der sog. „traditionellen“ Kampfkunst bzgl. der im Artikel angesprochenen Werte aus?

    Als Vorbilder dienen hier gerne die bekannten Meister aus China und Japan und ihre Lehren, die geradezu unantastbar auf Podeste gerückt und jeglicher Kritik enthoben werden. Nun ist bekannt, dass Lehrer wie Funakoshi oder Ueshiba enge Kontakte zu faschistischen-, rechtsgerichteten-, nationalistischen-, militaristischen- etc. Kreisen unterhielten oder diesen angehörten und auch etwas wie “Bushido” und dessen Werte bewusst im Japan zur Zeit des Ultra-Nationalismus zu Zwecken der Überhöhung und Abgrenzung von anderen Kulturen promotet wurde. In der JKA entwickelte sich in den 90er Jahren eine öffentliche Schlammschlacht und juristische Auseinandersetzungen zwischen führenden Meistern um Namens- und Markenrechte (also auch um Geld). Gleiches gilt auch für das Kyokushin, wo Mas Oyama Kontakte zum organisierten Verbrechen unterhielt und auch heute noch Streit zwischen den japanischen Verbänden um Logos- und Markenrechten herrscht. Der okinawanische Lehrer Kyan Chotoku hat bekanntermaßen öfter seine Frau betrogen und ihr Geld für Liebesdienste ausgegeben. In Japan sind im Judo-Unterricht in den letzten 30 Jahren 118 Kinder gestorben und 300 Kinder schwer verletzt wurden, teilweise zurückführend auf Misshandlung und Schikane. Warum diese Beispiele?

    Ich wäre nicht überrascht, wenn die Meisten der Karate-Combat Athleten und Fans eine weißere Weste haben und sich damit eher als moralischer Maßstab eignen würden, als die oben erwähnten Größen, die man trotz allem heute gerne als moralisches Vorbild herannimmt. Interessanterweise kommt entsprechende Kritik und ein Berufen auf „traditionelles“ Shotokan oft aus den Reihen der JKA oder daraus hervorgegangener Institutionen – man sollte dabei nicht vergessen, dass die JKA Karate-Wettkämpfe überhaupt erst hoffähig gemacht und international verbreitet hat (war Funakoshi nicht gäntlich gegen jede Art von Wettkampf – wie kann es dann „traditionell“ sein?) und sich gleichzeitig zu einer Massen-Institution mit abertausenden Mitgliedern entwickelt hat und mit der Vermarktung von „traditionellem“ Shotokan dabei gutes Geld verdient.

    • Hallo, Sie haben mit Sicherheit recht, dass auch im traditionellen Bereich Geld oft ein wichtiger Treiber ist. Das Argument des Artikels zielt aber nicht auf Großmeister und nicht auf Verbände. Es bezieht sich auch nicht darauf, dass die Teilnehmer und Athleten keinen “Do” hätten.

      Es geht darum, dass das Format Karate Combat Kommerz und Entertainment ins Zentrum rückt. “Do” wird während der gesamten Veranstaltung – von Kampfgeist mal abgesehen – nicht präsentiert. Stattdessen zeigt das Format vieles, dass dem “Do” diametral wiederspricht und ihn nicht fördert. Dadurch muss man sich fragen, was das Ganze soll und wohin es führt. Bescheidenheit fördert es wohl nicht.

      Ihre Argumente hinsicht der Großmeister und Verbände legitimierten Karate Combat dabei nicht. Bloß weil andere etwas nicht gut gemacht haben, darf man sich nicht selbst der Verantwortung für das eigene Handeln entziehen. Sprich: Dem schlechten Beispiel andere sollte man besser nicht folgen.

      Ich würde Sie aber gerne einladen, einen Artikel über Ueshibas und Funakoshis Beziehungen zu den Faschisten in Japan oder den finanziellen Interessen der Verbände etc. zu schreiben. Sprechen Sie uns einfach gerne an. Sie haben einige interessante Punkte genannt.

      Herzliche Grüße,

      Dr. Christian Tribowski

  2. Hallo Herr Dr. Tribowski,

    herzlichen Dank für Ihre Antwort. Für einen entsprechenden Artikel gibt es sicher geeignetere Autoren als mich – für Interessierte findet man hier bspw. weiterführende Angaben:

    zu Ueshiba:
    Duelling with O-Sensei (Revised, Expanded Edition) von Ellis Amdur, 2015, Freelance Academy Press, S.142 ff.

    zu Funakoshi:
    Shotokan – überlieferte Texte & historische Untersuchungen von Henning Wittwer, 2007, S.162-163

    Zudem bin ich persönlich der Ansicht, dass “do” kein fixierter Begriff ist und man sich genauso fragen könnte, ob ein Karate Praktizierender unbedingt einen bestickten Seiden-Schwarzgurt aus Japan braucht wenn es der für 5€ aus dem Sportfachgeschäft doch auch tut und ob “do” nicht auch etwas universelles & übergreifendes ist und es die Bescheidenheit auch nicht unbedingt fördert, wenn man sich “privat” dann ein neues IPhone, eine Markenjeans oder einen neuen BMW kauft etc. Daher ist Karate Culture für mich schlicht ein Wettkampfformat, das einem gefallen kann oder nicht, was aber nicht überbewertet werden sollte.

    Herzliche Grüße,
    Florian Wießmann

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